Der Aufbau von Kleinkläranlagen

Diese unterirdische Festbett-Kleinkläranlage hat verschiedene Kammern
Diese unterirdische Festbett-Kleinkläranlage hat verschiedene Kammern zur Vorbehandlung und Reinigung
Die verschiedenen Kleinkläranlagen funktionieren im Prinzip ähnlich: Erst wird das Abwasser vorbehandelt, dann wird es gereinigt und schließlich wird es fortgeleitet.

Die Vorbehandlung erfolgt in der Regel in Absetzgruben oder Ausfaulgruben. Die Reinigung erfolgt in einer vollbiologischen Reinigungsstufe. Dazu gehören z.B. SBR-Anlagen, Festbettanlagen, Wirbel-Schwebebett-Anlagen und Pflanzenkläranlagen. Abschließend wird das gereinigte Abwasser ins Oberflächengewässer oder ins Grundwasser eingeleitet.

Die Vorbehandlung

Bei der Vorbehandlung sollen feste und flüssige Bestandteile des Abwassers voneinander getrennt werden, auf das keine festen Bestandteile in die Reinigungsstufe gelangen.
In Mehrkammergruben fließt das Abwasser langsam durch die verschiedenen Kammern. Schwere Stoffe lagern sich am Boden als Bodenschlamm ab. Fette und Öle verbleiben als Schwimmschlamm an der Oberfläche. Ein Wartungsunternehen nimmt regelmäßig (??) die Schlammspiegelmessung vor und stellt so fest, wieviel Bodenschlamm und Schwimmschlamm sich in den Kammern befindet. Dieser Schlamm muss bei Bedarf entsorgt werden (Schlammabfuhr), da sonst die biologische Reinigungsstufe geschädigt wird. Mit größeren Vorklär-Systemen werden Schlammabfuhren seltener.

Die biologische Reinigungsstufe

In der biologischen Reinigungsstufe wird das Abwasser durch Kleinstlebewesen gereinigt. Mikroorganismen und Bakterien ernähren sich von den im Abwasser enthaltenen Stickstoff- und Kohlenstoffverbindungen. Für den Abbau dieser Verbindungen benötigen die Mikroorganismen Sauerstoff, der je nach Anlage auf unterschiedliche Weise zugeführt wird.
Durch abgestorbene Mikroorganismen verschlammt das gereinigte Abwasser. In einem Nachklärbecken wird Schlamm und Wasser voneinander getrennt und das Wasser anschließend ins Oberflächengewässer oder, in Ausnahmefällen, ins Grundwasser eingeleitet.

So funktioniert Ihre Kleinkläranlage am Besten

Das Waschmittelangebot ist riesig, aber nicht unbedingt KKA-geeignet (Bild: Tamaki Sono cc-by-2-0)
Das Waschmittelangebot ist riesig, aber nicht unbedingt KKA-geeignet (Bild: Tamaki Sono cc-by-2.0)

Schmutzwässer, die nicht kanalisiert werden können, müssen mittels einer Hauskläranlage geklärt werden. Als Abwässer zählen das Abspülwasser, das Waschmaschinenwasser, das Dusch- und Bade-Abwasser sowie Klo-Spülungs-Wasser. KKA’s sind dafür ausgelegt, Schmutzwasser von natürlichen Substanzen wie Schweiß, kleine Mengen von Lebensmittelresten und Verdauungsendprodukte zuverlässig zu reinigen. Die vollbiologische Klein-Kläranlage reinigt Abwasser allein mittels Kleinlebewesen und Mikroorganismen und nicht mit technischen Mitteln.

So steigern Sie die Leistung einer Klein-Kläranlage:

  • Vermeiden Sie eine Belastung der Hauskläranlage durch Desinfektionsmittel und Speiseöl
  • Sperrige und feste Gegenstände (wie Speisereste, Tampons und Binden, Zigarettenstummel etc.) haben im Abwasser nichts verloren
  • Schütten Sie nie Chemikalien wie Farben, Lacke, Altöl, Lösungsmittel etc. ins Abwasser
  • Verwenden Sie weitgehend biologisch abbaubare Mittel
  • Verzichten Sie auf Weichspüler, Toiletten-Duftsteine, manche Bad-Reiniger
  • Seien Sie sparsam beim Benutzen von Reinigungs- und Waschmitteln

Auf bewährte Haushaltsmittel setzen

Zur Hausreinigung: Statt abwasserbelastende Haushaltsmittel zu verwenden, bietet es sich an, auf altbewährte Mittel wie Zitronensaft, Essig und Gallseife zuzugreifen. Besorgen Sie nur solche Reiniger, die großteils biologisch abbaubar und frei von künstlichen Duft- und Konservierungsstoffen sind.
Für die Klo-Reinigung: So genannte WC-Duftsteine geben bei jeder Spülung Duft- und andere Stoffe ab – eine Belastung für Ihre Kläranlage. Kalk und Urinstein lassen sich mithilfe von Säure (Zitronensäure oder Essig) beseitigen. Geeignete WC-Mittel basieren auf Essig oder Zitronensäure.
Weiche Kleidung: Statt mit Weichspüler wird Wäsche auch durch Bügeln oder beim Waschen mit weichem (Regen-)Wasser flauschig.

PS: Alle Angaben ohne Gewährleistung.